Am 20. Jänner 2017 rief Scientology wieder einmal „zu den Waffen“ und ihre Gefolgsleute nach Budapest, um dort unter dem Mäntelchen der „religiösen Freiheit“ gegen die ungarische Regierung zu protestieren.

Dabei ging es lediglich um das Geschäft des Psychokults bzw. um die Störung dessen, als die Ungarn einen interessanten Ansatz verfolgten: Der Missbrauch von Daten. Im Oktober 2017 gingen die Behörden im Rahmen einer Hausdurchsuchung dem Verdacht auf Missbrauch von persönlichen Informationen und anderen Straftaten nach und die rd. 50 Polizisten wurden fündig. Die Pseudo-Kirche wurde dementsprechend zu einer Strafzahlung von 20 Millionen Forint (65.000 €) verurteilt. Chris Owen ging auf die Details des ungarischen Anklägers Attila Péterfalvi ein – hier zu finden.

Péter Bonyai konkretisierte wiederum den gestrigen Aufmarsch der Scientologen in Budapest: Ursprünglich hatten rd. 1.500 Scientologen zugesagt, gekommen waren keine 1.000, die strategisch „günstig“ positioniert wurden.

Bei der samstägigen Demonstration wurde eines klar sichtbar: Obwohl Ungarn, so wie andere ehemalige Ostblock-Länder, zum Hoffnungsgebiet von Scientology zählt, konnten trotz des martialischen Aufrufs keine tausend Unterstützer auf den Plan gerufen werden. Dabei verfügt der Psychokult in Ungarn allein über rd. 10.000 Scientologen, von denen rd. 2.500 regelmäßig aktiv sind. Dazu kommen noch rund 400 Mitarbeiter, die staffs, wie der Ex-Scientologe Péter Bonyai konkretisierte.

Heraus kam dann der mickrige Umzug, der weniger als tausend Scientologen auf die Straßen von Budapest brachte und man kann davon ausgehen, dass fast die Hälfte von ihnen aus dem Ausland herangekarrt wurde.

Trotz günstiger Postierung ignorierte nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Presse das Ganze – hier einige Fotos, die Scientology fabriziert hat …

What's going on 18 Budapest 4

What's going on 18 Budapest 3

What's going on 18 Budapest 2

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Welches Fazit lässt sich ableiten?

Der Psychokult pfeift in Ungarn zumindest aus dem vorletzten Loch und kann kaum noch mobilisieren. Und das in einem Land, wo es zahlenmäßig noch relativ viele Scientologen gibt. Unter dem Ansatz einer ziemlich niveaulosen „Dramaturgie“ (siehe Video von Gergofoto) agierte man unter Nichtwahrnehmung der Öffentlichkeit.

 

Mark Bollobas filmte das Märschlein objektiv …

Dazu noch ein weiteres Video von Dezso Gombos

Und eines von Gergofoto

Fotos: Scientology-Publikation (5)