In den letzten Wochen postete ich auf dem Blog Die Leaks von Scientology u.a. die Steuerunterlagen, die geheimen OT-Stufen, die L-Rundowns – alle bereits hier gebloggt.

Nicht auf diesem Blog veröffentlicht wurden E-Mails aus dem Österreich-Leak, ein Pamphlet aus dem Jahr 1975 und ein weiteres über „Clears“ – daher jetzt …

personalservicessnap
Symbolfoto …

Österreich-Leak: „Schau mal! Was machen wir?“

Eigentlich war es eine ganz einfache Übung: Die Zeitschrift TRAiNiNG (Magazin für Weiterbildung und HR-Management) hatte vor, einen Beitrag bzw. ein Interview über Scientology zu bringen und wollte die Daten verfizieren. Sie schrieb die scientologischen Unternehmen an – und bescherte diesen einige Aufregungen.

Hier die E-Mails …

Und als PDF:  E-Mails Interview TRAiNiNG

Und hier der Artikel bzw. das Interview in der Zeitschrift TRAiNiNG …

Und als PDF: Artikel TRAiNiNG

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Club 2
Angelika Thonauer, Sabine Weber, Peter Schulte …

Österreich-Leak: E-Mails zum „Club 2“ und „Hart, aber fair“ …

Rund um den im März 2010 ausgestrahlten ARD-Film Bis nichts mehr bleibt gaben die geleakten Mails einen Einblick in das Treiben des Scientology-Geheimdienstes OSA.

Nach der Filmausstrahlung war ein Club 2 angesetzt und man diskutierte hin und her, freute sich über Dinge, auf die man eigentlich keinen Einfluss hatte und „verbuchte“ trotzdem einen Gewinn. Sehr schräge Kultlogik.

Im Nachhinein betrachtet, könnte es OSA trotzdem gelungen sein, einen Freund von Scientology, in der Gestalt von Peter Schulte, in die Sendung „hin argumentiert“ zu haben. Schulte fiel mir 2013 auf, als er anlässlich meines Gerichtsprozesses mit dem Psychokult eine Stellungnahme für Scientology in einen sehr vertrauten Ton verfasste.

Hier die Mails …

Und als PDF: E-Mails Club 2 Vorbereitung

Im zweiten E-Mailverkehr ging es um die Koordination zwischen Club 2 und Hart, aber fair – hier die Mails …

Und als PDF: E-Mails Club 2 Hart aber fair Einteilung

Dazu Bis nichts mehr bleibt

Der angesprochene Club 2

Und die Sendung Hart, aber fair

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scientology-in-wien Vice
Scientology-Organisation in Wien …

Österreich-Leak: Es ging wieder um Mietschulden der „idealen“ Org …

Der Anwalt von Scientology konferierte mit dem Office of Special Affairs. Es ging um Mietschulden, deren Begleichung, dem Ruhen des Verfahrens usw. …

Und als PDF: E-Mail Mietverfahren

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Auditin

Österreich-Leak: „Er wäre fertig mit Scientology!“

Das E-Mail zeigt den „Alltag“ der Scientologen. Da hatte ein Scientologe einen Arbeitskollegen „geworben“, diesem als Einstieg Life Repair (Lebensreparatur) verkauft, dafür Provision (10 %) erhalten und dann war dieser alles andere als happy damit: „Als ich letzten Sonntag xxxxx [Scientologe] von der Org abholte, um mit ihm für einen gemeinsamen Termin nach Kärnten zu fahren, bemerkte ich seine eher schlechten Indikatoren [wie er aussah]. Als ich ihn darauf ansprach, bejahte er dies. „Er wäre fertig mit Scientology.“

Im folgenden Gespräch beklagte er sich speziell darüber, dass das Life-Repair nicht wie ursprünglich besprochen über ein Wochenende (1-2 Intensive) dauerte, sondern ein weiteres notwendig wurde. Nun eröffnete man ihm, dass er noch etwa drei weitere Intensive benötigt um es abzuschließen. Er sei darüber nicht im Vorfeld aufgeklärt worden. Zusätzlich ist er darüber verstimmt, dass sein Auditor versuchte ihm diese Intensive nahe zu legen [ihn dafür einzuschreiben/sie zu verkaufen]. Der Dienst [Life Repair] selbst – so meinte er – scheint ihm nichts gebracht zu haben.“

Life Repair ist im weitesten Sinnes des Wortes eine Art Pseudo-Psychoanalyse auf dem Wissensstand der 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts – sehr optimistisch betrachtet. Man könnte auch sagen: Schwachsinn hoch 10.

Darüber hinaus ist das E-Mail ein wunderbarer Beleg, wie die sogenannten „Wissensberichte“ funktionieren. Scientologen schreiben über alles, jedes und jeden einen solchen Bericht und halten darin fest, was sie für eine Abweichung von der Psychosekte sehen.

Hier das Mail …

Und als PDF: E-Mail Liferepair

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McMaster 1
John McMaster …

Klar oder nicht klar, ist bei Scientology eigentlich nicht die Frage …

Das „Clear-Konzept“ von Scientology mag sich in der Werbung durchaus vielversprechend anhören, hat aber den entscheidenden Haken: Es hat nie funktioniert und wird nie funktionieren.

Und zwar aus einem einfachen Grund: Es ist Betrug, Humbug, Schwachsinn oder wie immer man es bezeichnen möchte.

Am 10. August 1950 präsentierte L. Ron Hubbard Sonia Bianca als den ersten Clear im Shrine Auditorium in Los Angeles – was in einem Fiasko endete.

Hubbard präsentierte den nächsten ersten Clear erst wieder 1966, John McMaster, der sofort eine weltweite Werbetour für Scientology antrat.

Damit nichts schief ging, verbot Hubbard, jede Bewertung des Zustandes Clear und erklärte diese zu Suppressive Act

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McMaster verließ Scientology trotzdem ein Jahr später und bezeichnete Hubbard 1970 in einem Zeitungsinterview als „paranoiden Diktator“.

Der hatte in seinem Clear-Pamphlet vorausblickend festgelegt, wie man das zu sehen hat …

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Alles klar?

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Symbolfoto …

Österreich-Leak: „Er [der Blutdruck] darf nicht zu hoch werden!“ …

Wenn man das sogenannte Reinigungsprogramm (Purification Rundown) bei Scientology macht, sitzt man nicht nur stundenlang in der Sauna und nimmt ungesunde Mengen an Vitaminen zu sich, sondern betreibt auch Russisches Roulette. Nur dass statt der Kugel ein Arzt diese Rolle spielt.

Über einen „Spezialisten“ und der angeschlossenen Expertenschar das nächste E-Mail …

Und als PDF: E-Mail Blutdruck messen

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Studenten

Zielgruppe: Studenten …

Studenten waren für Scientology schon immer eine bevorzugte Zielgruppe – hier das Beispiel einer Werbebroschüre des Psychokults aus dem Jahr 1975 …

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Scientology Zürich
Mögliche Ideale Org in Zürich …

Österreich-Leak: „In der Schweiz wurden bereits drei ‚Ideale Orgs‘ gekauft!“

In einer geleakten E-Mail ging es um die Ideale Org in Wien, wo sie sein wird usw. und dabei fiel ein interessanter Satz: In der Schweiz wurden bereits 3 [sic] Ideale Orgs gekauft!“

Details wären hilfreich – eine der beiden befindet sich wahrscheinlich in Zürich.

Foto: ICIJ, LawBiz UK, Vice, Scientology-Publikation (19), Feminine X