Der Zweifel eines Scientologen und die Tom-Cruise-Strategie …

In einem geleakten Mail aus Österreich kann man von großem Zweifel lesen: „Was geschieht von der Kirche [= Scientology] aus bzw. international, um diese Sit[uation] mal wirklich handzuhaben. Wir haben die Volle Ivest[igation]-, PR- und Legal-Tech. Wird sie nicht 100% angewendet? Mir kommen so gewisse Zweifel hoch.“

Blog Tom Cruise Strategie

Der scientologische Unternehmer hatte gerade wieder ein paar Aufträge wegen seiner Scientology-Zugehörigkeit verloren und war entrüstet. Die Antwort kam prompt und beinhaltete neben einer Zurechtweisung auch einen Tipp für die Strategie: „Glaubst Du, dass Tom Cruise so etwas zu COB [David Miscavige] gesagt hat, als er seine Verträge gekündigt bekommen hat?!? Was hat ER gemacht, er hat geantwortet mit FLOURISH and PROSPER [Blühe und gedeihe] –  und hat seine PR- Linie geändert:  ‚Ich sage nichts mehr zu SCN [Scientology], das ist meine Privatsache und [ich] wurde zu oft falsch interpretiert – lesen Sie selbst auf scientology.org was es ist oder lesen sie ein Buch darüber. Und [er] disseminierte auf Power-Commlines [damit sind seine Verbindungen gemeint] still und heimlich … was letztendlich mehr bringt.“

Hier das komplette Mail …

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Wenn ihre Freunde ihrerseits Freunde haben, die OSA-Agenten sind, dann könnte das für sie nicht gut ausgehen …

Konkret ging es um eine Freundin von mir, die wiederum eine Freundin hat, die Scientologin ist und vom Office of Special Affairs den Auftrag bekommen hatte, Informationen über mich zu sammeln bzw. zu beschaffen. Sie sollte meine Freundin „benutzen“, um derart Daten für den Geheimdienst von Scientology abzuschöpfen.

Hier das Mail …

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Blog Justiz

Die österreichische Justiz im Visier von Scientology …

Die österreichische Version eines Investigations Officers wollte den Kontakt zu einem führenden Justizbeamten herstellen, der glücklicherweise nicht zustande kam …

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Blog Senat der Wirtschaft

Als ein Scientologe versuchte, beim „Senat der Wirtschaft“ zu reüssieren – was zumindest teilweise gelang …

Der Senat der Wirtschaft (SDW) versteht sich als gut vernetzte Plattform von Unternehmern, was den angesprochenen Scientologen nicht nur anzog, sondern in weiterer Folge zu einem Senator werden ließ. Dabei übertrieb er etwas, als er das Forum nutzte, um seine Sicht der Dinge – sprich: L. Ron Hubbard und Scientology – in einem Vortrag anzusprechen.

Die Mit-Senatoren waren darüber nicht sonderlich erfreut, was den Scientologen veranlasste, seine Sekretärin aufzufordern, um einen klärenden Termin anzufragen …

Scientology reagiert ebenfalls sehr rasch auf den Flub

Der Scientologe reichte ein erklärendes Mail nach …

Tags darauf platzte dann die nächste Bombe, als ein äußerst negativer Artikel über das Unternehmen des Scientologen erschien …

Scientology intern brannte es lichterloh und sowohl Zeitungsartikel als auch SDW waren Themen …

Der Vorstand des Senats der Wirtschaft war ebenfalls hart geblieben – zumindest auf dem Papier …

Der Termin zwischen dem Scientologen und dem SDW fand statt – und nichts kam wie angesprochen. Plötzlich war offensichtlich sogar der Besuch der Scientology-Zentrale in Berlin angedacht …

Und was ist die Moral von der Geschicht‘?

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Blog Joseph Grieboski Program

Der Mann hinter der Anerkennung von Scientology als Religion – auch in Europa …

In den USA gibt es keine Religionsanerkennung. Jede Gruppierung wird als solche betrachtet, wenn sie vorgibt, eine solche zu sein. Das garantiert der erste Verfassungszusatz aus dem Jahr 1791, der u.a. die Religionsfreiheit festlegt bzw. eine Regulierung verbietet.

In Europa ist es anders. Religionen werden staatlich anerkannt – oder auch nicht. Wenn Sie sich also schon gewundert haben, dass Scientology zunehmend als Religion bezeichnet und zu EU-Kongressen zu Religionsthemen eingeladen wird, dann wissen Sie wahrscheinlich nicht, dass dahinter ein Plan steht, den das Office of Special Affairs International schon 2007 ausgeheckt hatte. Es ging um Joseph „Joe“ Grieboski (Foto mit Gattin Tracy) und dessen THE INSTITUTE on Religion & Public Policy. Aber lesen Sie selbst die Details …

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Blog Mitchell Program

Das OSA-Programm für einen Lobbyisten …

Greg Mitchell (links im Bild) ist Lobbyist für Scientology und das Office of Special Affairs (OSA) stattete ihn mit einem „Arbeitsprogramm“ aus …

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OSA NW ORDERs.book

Der Leak des Jahres: Auf 549 Seiten findet man alle OSA Network Orders, auch die geheimen …

Nach Durchsicht des Kompendiums würde ich meinen: Schaut echt aus. Sämtliche Verschwörungstheorien Hubbards, aber auch, was er daraus ableitet, sind vorhanden.

Kombiniert mit der Paranoia von David Miscavige lässt dieses Pack entstehen – ein Goldenes Zeitalter des Scientology-Geheimdiensts wurde damit 2007 oder 2008 eingeläutet.

Dass sich ehemalige Scientologen etwas schwer tun, nicht ihre Grün-auf-weiß-Originale zu haben, kann ich nachvollziehen, tut aber nichts zur Sache. Denn die gesammelte Bösartigkeit findet sich in diesen Seiten. Also lesenswert, wenn man wirklich über Scientology Bescheid wissen möchte …

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Blog Tom Cruise

Tom Cruise bedankte sich beim stellvertretenden US-Außenminister und bekam einen Orden  …

Tom Cruise erfüllt seinen Part um die Jahrtausendwende als „Sonderbotschafter“ von Scientology perfekt, was ein an den stellvertretenden US-Außenminister Richard Lee Armitage zeigte: „Sehr geehrter Mr. Armitage, zunächst möchte ich Ihnen für den jährlichen Bericht des Außenministeriums über Menschenrechte und Religionsfreiheit danken, der unentbehrlich ist, um auf die Menschenrechtsverletzungen auf der ganzen Welt aufmerksam zu machen. Wie mir Helen Davis von Ihrem Büro mitteilte, lassen sich unsere Zeitpläne während meines Aufenthalts in Washington Mitte Juni leider nicht miteinander vereinbaren. Angesichts der Weltlage und besonders, da der Präsident und Außenminister Powell sich im Ausland befinden, sind mir die außerordentlichen Schwierigkeiten bewusst, die für Ihre Zeit und Termine bestehen.

Wie Sie vielleicht wissen, befasse ich mich seit einiger Zeit mit Menschenrechten und der Religionsfreiheit in Europa. Angehörige meiner Kirche, darunter amerikanische Künstler, werden weiterhin diskriminiert, besonders in Deutschland, Frankreich und Belgien. Ich habe es auf mich genommen, mich über diese Dinge zu informieren und mich im Hinblick auf die Geschehnisse auf dem Laufenden zu halten. Daher begrüße ich Ihre Empfehlung für ein Zusammentreffen mit Botschafter Handford sehr und ich bin mir auch sicher, dass ein Gespräch mit ihm hilfreich sein würde. Offen gesagt, bin ich aber in erster Linie an einem Gespräch mit Ihnen interessiert.

Ihre Tätigkeit in der Vergangenheit und Ihre Aufgaben als Stellvertretender Außenminister sind mir bekannt und ich bin sicher, dass ich Ihnen ohne großen Zeitaufwand mitteilen kann, was ich auf dem Herzen habe.

Ich meine, dass wir etwas erreichen könnten, wenn wir in dieser Sache zusammen arbeiteten.

Sie müssen von Ihren Botschaftern erfahren haben, dass ich den US-Botschaften in Deutschland, Frankreich und Spa­nien im letzten Jahr eine Reihe von Besuchen abgestattet und mit jedem Botschafter über die Probleme der religi­ösen Intoleranz in diesen Ländern gesprochen habe. Für die Unterstützung, die ich durch den Botschafter Argyros sagen zu können, dass die mit ihm erörterte Situation inzwiin Madrid erhielt, bin ich sehr dankbar und ich freue mich ­schen vollständig geklärt wurde. Botschafter Coats und seine Mitarbeiter haben mich ebenfalls wieder sehr unterstützt, und ich bin den Bemühungen des US-Botschaftspersonals in Paris dankbar.

Die Situation in diesen Ländern beobachte ich in der Tat ge­nau und im Lauf des letzten Monats habe ich von Versuchen erfahren, die Auftritte zweier amerikanischer Künstler allein deshalb zu sabotieren, weil sie Angehörige der Church of Scientology sind. Gerne würde ich Ihnen über diese Situation im Einzelnen berichten – Vorfälle wie in Deutschland und Frankreich werden seit einem Jahrzehnt in den Berichten des Außenministeriums über die Menschenrechte aufgezeichnet.

Scientology ist in den Vereinigten Staaten als gänzlich Steuer ­befreite, offizielle Religion anerkannt. Doch diese Aktionen deutscher Behördenmitarbeiter sind leider repräsentativ für die Intoleranz, der sich Angehörige meiner Religion und anderer Minderheitsreligionen in Deutschland gegenüber sehen. Religionsfreiheit ist für mich – wie für jeden wahren Amerikaner – sehr wichtig. …

Schließlich muss ich im Januar nach Europa reisen, um für meinen nächsten Film zu werben, und ich beabsichtige, erneut mit unseren Botschaftern in Frankreich, Deutschland und eventuell Belgien zusammenzutreffen.

Ich will mit ihnen gemeinsam Druck auf diese Nationen aus­üben, damit diese Angelegenheiten durch einen intensiven Dialog und verstärktes Handeln gelöst werden.

Allerdings ist diese Situation – trotz der Umstände meiner Europabesuche – für mich keinesfalls eine Publicity-Aktion. Es ist eine Angelegenheit, die wichtig ist und mich auch persönlich betrifft. Deshalb bemühe ich mich um die Unter­stützung meiner Regierung in der Hoffnung, eine Lösung für eine Lage zu finden, die zu einer betrüblichen und unnötigen Menschenrechtssituation geworden ist. …

Hochachtungsvoll, Tom Cruise.“

Cruise bekam dementsprechend im Jahr 2004 die Medal of Valor verliehen, ein Tapferkeitsmedaille von Scientology …

Blog 22 Cruise 1

Blog 22 Cruise 2

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Blog Leak Interpol

Interpol  freute sich über den Friedensschluss mit Scientology und schrieb einen Brief …

Im Zuge der Vereinbarung mit dem Internal Revenue Service (IRS) schloss Scientology bzw. David Miscavige auch „Frieden“ mit der Interpol, was deren Generalssekretär R. E. Kendall veranlasste, einen Brief an die INTERPOL-Büros in den einzelnen Ländern zu schreiben …

WGS Auflage 1 E-Book.indd

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Übersetzung des Briefes: „Ich habe mich kürzlich mit Mr. David Miscavige getroffen, den Präsidenten des Religious Technology Centers der Church of Scientology, der mich um dieses Treffen gebeten hatte. Das Treffen fand in Anwesenheit der Anwälte von Scientology statt und folgte der Entscheidung des Internal Revenue Service der Vereinigten Staaten, wo dieses festgestellt hat, dass die Church of Scientology … und ihre gemeinnützigen Organisationen von der Einkommensteuer befreit sind.

Der Bescheid der Steuerbefreiung wurde vom Internal Revenue Service deshalb erlassen, da die Church of Scientology glaubhaft machen konnte, dass sie und die ihr angeschlossenen Organisationen ‚aus religiösen und gemeinnützigen Gründen agieren und dass kein Teil ihres Einkommens zu privaten Zwecken verwendet wird’. Eine Kopie der Vereinbarung … finden Sie anbei.

Mr. Miscavige hat ausgedrückt, dass er an konstruktiven Gesprächen zwischen der Church of Scientology und Interpol interessiert wäre, die auch die vergangenen Konflikte lösen sollten. … Als Demonstration meines guten Willens und in dem Bestreben, die verschiedenen Auseinandersetzungen mit der Church of Scientology zu beenden, habe ich darin übereingestimmt, die Entscheidung des Internal Revenue Service an die Dienststellen weiterzuleiten, auch wenn diese Entscheidung in erster Linie die USA betrifft.

Mr. Miscavige bat mich auch, Ihnen Folgendes zu senden:
– Eine Dokumentation mit dem Titel Beschreibung der Religion Scientology, die auch dem Internal Revenue Service vorlag,
– Ein Buch mit dem Titel Was ist Scientology?, das laut Scientology das einzige Referenzwerk hinsichtlich der Lehre von Scientology darstellt. …

Ich möchte festhalten, dass der Versand dieser Dokumente in keiner Weise eine Position des Generalsekretärs zur Sache darstellt.

Nach unserem Treffen hat mir Mr. Miscavige mitgeteilt, dass er allen Churches of Scientology mitgeteilt hatte, dass es zukünftig keine weiteren Auseinandersetzungen zwischen der Church und Interpol geben wird.“

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Blog Leak Angela Merkel

Als Angela Merkel einen Brief bezüglich Scientology bekam …

Angelika Merkel war im Kabinett von Helmut Kohl Ministerin für Frauen und Jugend, als ihr ein Brief der anderen Art ins Amt flatterte: Das Internal Revenue Service (IRS), sozusagen das Finanzministerium der USA, machte offen Werbung für Scientology.

Zwischen den Zeilen schwang mit, dass man doch bitteschön den Standpunkt der USA zu seinem eigenen machen sollte. Deutschland reagierte, dass z.B. Scientology seit 1997 vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Hier der Brief, der im Rahmen der Vereinbarung zwischen dem IRS und Scientology im Jahr 1993 vereinbart worden war und der sämtliche Regierungsstellen weltweit betraf …

Blog 23 Ministerien 1

Blog 23 Ministerien 2

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Blog Dave Touretzky

Hillary Clinton wollte Scientology-Kritiker feuern lassen?

Ein Investigations Officer des Office of Special Affairs (OSA) namens „Frits“ verfasste einen Daily Report über die Beobachtung von Dave Touretzky (Foto). Der letztgenannte lehrt Informatik an der Carnegie Mellon University (CMU) und ist einer der schärfsten Kritiker von Scientology in den USA. Seiner Webseite The Secrets of Scientology wird von der CMU Gastrecht gewährt – womit wir beim Brief von Hillary Clinton, damals Senatorin für New York, wären: 2006 soll sie gegen den Scientology-Kritiker interveniert haben, als sie in einem Brief dessen Arbeitgeber empfahl, diesen umgehend zu feuern. Die CMU reagierte auf das Ansinnen Clinton’s gelassen , indem sie darauf verwies, dass es dessen Privatsache sei, was dieser in seiner Freizeit betrieb.

Hier der geleakte Daily Report von OSA, der wunderbar illustriert, was einen erwartet, wenn man sich gegen den Psychokult ausspricht. Die Clinton-Passage ist gelb unterlegt …

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Blog Internetadressen

Scientology hat vorgesorgt …

Für Scientology stellt das Internet einen wesentlichen „Kanal“ dar. Dementsprechend tritt man selbst unter einer Vielzahl an Namen und Domains auf.

Insofern muss man den Leak aus dem Jahr 2008 sehen, der eine große Zahl an Domains zeigt, die im Besitz von Scientology sind. Darüber hinaus gibt es sicher noch weitere …

Foto: Shoreline Pools, TMZ, The Knot, Scientology-Publikation